Liebe Geschwister, liebe Freunde

„O wohl dem Land, o wohl der Stadt,
so diesen König bei sich hat!
Wohl allen Herzen insgemein,
da dieser König ziehet ein!
Er ist die rechte Freudensonn,
bringt mit sich lauter Freud und Wonn'.
Gelobet sei mein Gott,
mein Tröster früh und spat!“

Dieser Vers ist eine Strophe eines bekannten Weihnachtsliedes. Keine Angst: so schnell vergeht die Zeit nicht, als dass schon wieder Weihnachten wäre. Trotzdem geht mir die 3. Strophe des Liedes „Macht hoch die Tür“ seit der Weihnachtszeit hin und wieder durch den Sinn.

Der Text stammt von Georg Weissel (1590–1635) und wurde 1623 anlässlich der Einweihung der (evangelischen) Altroßgärter Kirche in Königsberg verfasst. Die heute mit dem Text verbundene Melodie kam erst 1704 hinzu. Zu Beginn der 1. Strophe fordert der Dichter die Menschen auf, Jesus Christus als den Sohn Gottes mit offenen Herzen bzw. „offenen Türen und Toren“ zu empfangen. Danach wird er in der 1. und 2. Strophe als König aller Könige und als barmherziger, sanftmütiger Heiland der Welt vorgestellt und gepriesen. In den beiden ersten Strophen des Liedes werden zuerst Gottes Autorität und Wesenszüge aufgezeigt. Den Abschluss jeder Strophe bildet ein Lob („Gelobet sei mein Gott“) und eine Aussage, was der Herr Jesus für den Dichter persönlich bedeutet:

Der Beginn der 3. Strophe ist anders gestaltet als der Beginn der 1. und 2. Strophe. Hier werden die Auswirkungen aufgezählt, wenn man den Sohn Gottes aufnimmt und ihn als oberste Macht anerkennt: Wohlergehen, Freude und damit ist auch Frieden und Wohlstand verbunden. Interessanterweise wird zu Beginn der Strophe nicht eine einzelne Person, sondern eine ganze Gemeinschaft angesprochen: „O wohl dem Land, o wohl der Stadt…“ Das bedeutet: das Land, die Stadt, das Dorf etc. wo Gott als König akzeptiert, geachtet und nach seinem Willen gehandelt wird, dem wird es wohl ergehen.

Im Umkehrschluss ergibt sich, dass es einer Nation, einem Land, einem Ort oder sogar der kleinsten Zelle der Gesellschaft (Familie) nicht „wohl ergehen“ wird, bzw. dass Wachstum und Wohlstand nicht in hohem Maße wachsen werden bzw. sogar schrumpfen. Mit einem Blick in die Tageszeitungen, Nachrichtensendungen, Wirtschaftsnachrichten usw. stellt sich die Frage, ob die zunehmenden Probleme in unserem Land, in unseren Städten, Dörfern und Familien mit einer Abkehr der Gesellschaft von Gott und seinen biblischen Grundsätzen in Zusammenhang stehen.

Kann Gott einer Gesellschaft, die sich immer mehr unter dem Vorwand von Akzeptanz und Toleranz vom göttlichen Willen und den biblischen Anweisungen entfernt noch Segen und Wohlergehen spenden? Haben wir als Gesellschaft diesen König überhaupt noch bei uns? Wenn sich diese Fragen mit Nein beantworten lassen, brauchen wir uns nicht wundern, dass Ehen zerbrechen, Familien auseinandergerissen werden, politisch irrwitzige Entscheidungen getroffen werden, Durcheinander in gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen herrscht und unsere Nation letztendlich „kriegstüchtig“ gemacht werden soll.

Es ist an der Zeit, Jesus Christus wieder persönlich und als Gesellschaft in unser Leben einzuladen und uns von ihm und seinem Wort leiten zu lassen! Die Bitte in der letzten Strophe von „Macht hoch die Tür“ zeigt dazu die richtige Haltung:

„Komm, o mein Heiland Jesu Christ,
meins Herzens Tür dir offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnade ein;
dein Freundlichkeit auch uns erschei'n.
Dein Heil'ger Geist uns führ und leit
den Weg zur ew'gen Seligkeit.
Dem Namen dein, o Herr,
sei ewig Preis und Ehr!“

euer Torsten