Mir ist bewusst, dass diese Überschrift provoziert:
Ja, Martin Luther sprach von diesem „aus Glauben allein“ (sola fide), der uns rettet. Es besteht aber die Gefahr zu denken: Die Gnade ist das, was Gott für mich getan hat. Der Glaube ist das, was ich tun kann und muss. Aber dieses Denken vernichtet das Evangelium, weil dadurch der Glaube zur gerechten Tat wird, zu einem Werk, zu einer Leistung. Aber das ist der Glaube gar nicht. Glaube bedeutet darauf zu vertrauen, was Jesus für uns getan hat.
Wir brauchen keinen starken Glauben, sondern einen Glauben an den starken Retter. Wir sind nicht wegen unserer Glaubensstärke gerettet, sondern weil wir an das vollkommene Opfer Jesu glauben.
Martin Luther illustrierte das so: „Die eine Person mag ihre Geldbörse mit einer zittrigen Hand halten und die andere Person mag das mit einer kräftigen Hand tun. Doch die schwache Hand vermindert so wenig den Inhalt der Geldbörse, wie die starke Hand ihn vermehrt.“
Jesus hatte 70 Männer ausgesandt, um zu predigen und Wunder zu tun. Als sie wiederkommen, sind sie ganz begeistert, dass selbst die Dämonen (böse Geister) ihnen gehorchen müssen, wenn sie sie auffordern einen Menschen zu verlassen. Jesus sagt ihnen dann aber in Lukas 10,20: „Freut euch nicht darüber, dass euch die Geister gehorchen. Freut euch viel mehr, dass eure Namen im Himmel aufgeschrieben sind.“
Jesus Christus betont genauso, dass nicht die Taten das Entscheidende sind, sondern das, was er getan hat: Dass die Namen im Himmel aufgeschrieben sind, ist kein Verdienst. Das passiert nicht wegen guter Taten oder großem Glauben, sondern nur weil Jesus uns gerettet hat. Darauf dürfen wir fest vertrauen.
Michael