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Rose(ngewächse)

Rose(ngewächse) ••• Ordnung: Rosales Familie: Rosaceae Gattung: Rosa [Carl Linnaeus]

Innerhalb der Gattung Rosa gibt es Hunderte von wilden und Tausende gezüchtete Arten. Sie ist eine verholzende, mehrjährige Blütenpflanze mit stacheltragenden Trieben. Rosengewächse sind nahezu weltweit verbreitet, mit Ausnahme extremer Polar- und Wüstenregionen.

Rosen stehen allgemein symbolisch für Schönheit und verletzliche Zartheit; vielleicht hat sie gerade dieser Umstand zur ‘Blume der Liebenden‘ gemacht. Was hat nun aber die Rose mit der Bibel zu tun? Kommt sie vielleicht sogar darin vor?

Sie kommt vor – wenn auch nur in den so genannten “Apokryphen“, einer Art Anhang zum Alten Testament.

Dort heißt es im Buch der Weisheit (Weisheit Kap. 2, V 8): “Lasst uns Kränze tragen von Rosenknospen, ehe sie welk werden.“

Dieser Vers steht im Zusammenhang mit Menschen, die sozusagen auf der falschen Fährte sind; die denken, “Wir sind zufällig entstanden, und danach werden wir sein, als wären wir nie gewesen. Der Odem in uns ist Rauch, und das Denken ist ein Funke, der aus dem Schlag unseres Herzens entsteht. Wenn er verlischt, zerfällt der Leib zu Asche, und der Geist verweht wie dünne Luft.“ (ebenda, V 2-3).

Und deshalb wollen sie ihre begrenzte irdische Zeit mit allem schmücken, was schön ist. In der Bibel steht etwas ganz anderes: Dort sagt Gott mehrfach: “Kehrt [kommt] wieder, Menschenkinder!“ Er bekennt sich zur Auferstehung des sterblichen Leibes in einer neuen, himmlischen Form und zum ewigen Leben.

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Gerste

Gerste (Hordeum vulgare L.) • Ordnung: Poales • Familie: Poaceae (Süßgräser) • Gattung: Hordeum

Die Kulturgerste wurde bereits früh durch Carl von Linné in der modernen botanischen Systematik beschrieben und als eigenständige Art innerhalb der Süßgräser eingeordnet. Die Gerste ist ein einjähriges, krautiges Süßgras mit aufrechten Halmen und langen, schmalen Blättern. Die Ähren tragen charakteristisch in Reihen angeordnete Körner, die von Spelzen umgeben sind. Je nach Sorte unterscheidet man zwei-, vier- oder sechszeilige Formen. Die Pflanze ist robust, schnellwüchsig und vergleichsweise anspruchslos. Sie verträgt Trockenheit und karge Böden besser als viele andere Getreidearten und gehört daher zu den ältesten domestizierten Kulturpflanzen des Menschen. Ihr natürliches Ursprungsgebiet liegt im Vorderen Orient. Von dort verbreitete sie sich früh über den gesamten Mittelmeerraum, nach Europa und weiter nach Asien.

Gerste wurde historisch nicht nur als Mehlgetreide genutzt, sondern auch in besonderer Weise verarbeitet: Die Körner wurden häufig geröstet, bevor sie weiterverarbeitet oder gelagert wurden. Dies diente der Haltbarmachung, der besseren Langzeit-Lagerfähigkeit. Oft wird es in Zusammenhang mit Reiseproviant erwähnt.

Gerste gehört zu den wichtigsten Getreidepflanzen der Bibel. Im Alten Testament erscheint sie mehrfach als erste Erntepflanze im Jahr und als Bestandteil einfacher Nahrung. Im Buch Ruth spielt Gerste eine wichtige Rolle als Erntegut und Zeichen der Versorgung in Zeiten der Unsicherheit. Besonders bekannt ist die Erzählung von der Speisung der Menschenmenge im Neuen Testament, in der fünf Gerstenbrote eine zentrale Rolle spielen (Johannes Kap. 6, V 1-15; speziell V 9).

Gerste steht damit in vielen biblischen Zusammenhängen für einfache, aber tragende Ernährung und für die erste reifende Frucht im Jahreslauf.

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Weizen

Weizen (Triticum aestivum L.)

• Ordnung: Poales • Familie: Poaceae (Süßgräser) • Gattung: Triticum

Der Kulturweizen wurde 1753 durch Carl von Linné wissenschaftlich beschrieben und gehört zu den ältesten Nutzpflanzen der Menschheit. Weizen ist ein einjähriges Süßgras mit aufrechten Halmen, schmalen Blättern und dicht besetzten Ähren. Die Körner sind relativ stärkereich und besitzen gute Backeigenschaften, da ihr Klebereiweiß (Gluten) elastische Teige ermöglicht. Sein Ursprungsgebiet liegt im Vorderen Orient. Von dort verbreitete sich der Weizen früh über Europa, Nordafrika und große Teile Asiens. Heute gehört er weltweit zu den wichtigsten Nahrungspflanzen. Im Altertum galt Weizen meist als wertvoller und hochwertiger als Gerste. Weißes Weizenbrot blieb über lange Zeit eher wohlhabenderen Bevölkerungsschichten vorbehalten.

Weizen wird in der Bibel im Alten wie im Neuen Testament vielfach erwähnt – als Grundnahrungsmittel, Handelsgut und Sinnbild der Versorgung. Im Buche des Propheten Joel (Joel Kap. 1, V 11) heißt es über eine ver- dorbene Ernte “Die Weizenernte ist verloren.“ Das war Ausdruck und Sinnbild einer mittleren Katastrophe, denn Wie-zen war neben Gerste und Hirse das wichtigste Brotgetreide.

Daher heißt es im “Unser tägliches Brot gib uns heute.“ (Matthäus Kap. 6, V 11). Gemeint ist damit nicht Luxus, sondern die tägliche lebensnotwendige Nahrung.

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Lilien

Lilien (Lilium candidum L.*) *Weiße Lilie auch Madonnenlilie genannt; gilt als die häufigste Art

• Ordnung Lilienartige (Liliales) • Familie Liliengewächse (Liliaceae) • Gattung: Lilium

Der Begriff “Lilie“ bezeichnet im biblischen Zusammenhang mehrere vorwiegend weiß, gelegentlich auch farbig blühende Pflanzen des Vorderen Orients, darunter echte Lilien (Lilium candidum), vielleicht auch die Anemonen oder Schwertlilien. Charakteristisch sind auffällige, oft trichterförmige Blüten mit starker Fernwirkung. Viele Arten wachsen auf Wiesen, an Hängen und in kultivierten Gärten des Mittelmeerraumes.

Die Lilie steht in der Bibel für Schönheit, Reinheit und die Fürsorge Gottes. Besonders bekannt sind Jesu Worte aus der Bergpredigt: “Sehet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.“ (Matthäus Kap. 6, V 28-29). Offenbar galt sie damals als die schönste unter den Blumen.

Die Lilie wird hier bewusst mit der NICHT notwendigen Sorge um Kleidung und tägliches Auskommen verbunden. Wie beim Brot verweist Jesus auf das Vertrauen: Gott erhält das Leben.

Viele Pflanzen, darunter auch Lilien, besitzen mikroskopisch fein strukturierte Oberflächen mit wachsartigen Kristallen. Diese erzeugen eine stark wasserabweisende (hydrophobe) Wirkung, so dass Staub und Schmutz mit den ersten Regentropfen abgewaschen werden (“Lotusblüteneffekt“). So verbindet die Lilie in der Bibel durch Naturbeobachtung pflanzliche Eigenschaften mit Lebensfreude und Gottvertrauen. Im Alten Testament wird die Lilie daher als Bild für Schönheit, Reinheit und Unschuld gewählt. Im Buch Hohes Lied Salomos wird sie mehrmals erwähnt: “Wie eine Lilie unter den Dornen, so ist meine Freundin unter den Mädchen.“ (Hohes Lied Kap. 2, V 2).

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Ölbaum / Olive

Ölbaum / Olive (Olea europaea L.) • Ordnung: Lamiales • Familie: Oleaceae (Ölbaumgewächse) • Gattung: Olea

Die heute bekannte Kulturform des Ölbaums wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum wissenschaftlich/taxonomisch beschrieben.

Der Ölbaum ist ein immergrüner, langsam wachsender Baum oder Strauch mit knorrigem, oft urtümlich wirkendem Stamm. Die Rinde wird im Alter stark rissig und verdreht, ältere Exemplare wirken dadurch häufig “archaisch“ und landschaftsprägend. Die schmalen, ledrigen Blätter sind oberseits graugrün und unterseits silbrig und reduzieren so die Verdunstung in trockenen Klimaten. Die kleinen, unscheinbaren Blüten stehen in rispigen Blütenständen. Aus ihnen entwickeln sich Steinfrüchte (Oliven), die je nach Reifegrad stark variieren und den hohen Ölanteil der Pflanze tragen. Der Ölbaum ist eine typische Pflanze des Mittelmeerraums und der angrenzenden Trockengebiete des Vorderen Orients. Er wird seit Jahrtausenden kultiviert und prägt dort Landschaft und Kultur bis heute. Bemerkenswert ist seine außergewöhnliche Langlebigkeit: Viele Exemplare erreichen mehrere hundert Jahre, einzelne werden auf über tausend Jahre geschätzt. Selbst stark geschädigte Bäume können aus dem Wurzelstock neu austreiben. Der Ölbaum gehört zu den zentralen Nutz- und Symbolpflanzen der Bibel.

In Psalm 23 und weiteren Psalmen wird er als Zeichen des Segens und der Überfülle erwähnt: “Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.“ Gesalbt werden Könige und Priester zur Amtseinführung.

In 2. Mose [Exodus] Kap. 30 wird das heilige Salböl beschrieben, das u.a. aus Olivenöl als Träger sowie weiteren aromatischen Pflanzenstoffen besteht.

Auch in den Berichten über die Propheten Elia und Elisa spielt Öl eine zentrale Rolle. Bei Elia wird eine Witwe aus Sarepta während der Dürrezeit durch einen nicht versiegenden Vorrat an Mehl und Öl bewahrt (1. Könige Kap. 17).

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Feigenbaum

Feigenbaum (Ficus carica L.) (Echte Feige) • Ordnung: Rosenartige (Rosales) • Familie: Maulbeergewächse (Moraceae) • Gattung: Ficus [Carl Linnaeus]

Der Feigenbaum ist ein sommergrüner, breitkroniger Baum oder Strauch mit großen, tief gelappten Blättern und charakteristischen Fruchtständen (Sykonien). Er ist im gesamten Mittelmeerraum und Vorderen Orient seit der Antike kultiviert und zählt zu den ältesten Nutzpflanzen der Menschheitsgeschichte. Die Früchte sind weich, sehr zuckerreich und gehören neben Datteln und Weintrauben zu den süßesten Kulturfrüchten der Region.

Der Feigenbaum steht in der Bibel häufig für Wohlstand, Sicherheit und Fruchtbarkeit, aber auch für die Erwartung von Pflichterfüllung und Gericht. Der Jünger Nathanael kommt zum Glauben, als Jesus ihm auf den Kopf zusagt, die Nachricht über ihn hätte ihn unter einem Feigenbaum sitzend erreicht (Johannes Kap. 1, V 48). Besonders bekannt ist die Verfluchung des Feigenbaums (Markus Kap. 11, V 12–14 u. Matthäus Kap. 21, V 18–22). Jesus findet außerhalb der passenden Jahreszeit einen Baum der zwar viele Blättern, aber keine Früchteträgt; und spricht einen Fluch über ihn aus. Diese Szene gehört zu den seltenen Gerichtshandlungen Jesu und wird bis heute sehr uneinheitlich gedeutet – einerseits als Kritik an äußerer Frömmigkeit ohne innere Frucht, als symbolische Gerichtshandlung für jemanden, der seine Chance verpasst und/oder auch als endzeitliche Mahnung.

Im Alten Testament erscheint der Feigenbaum dagegen überwiegend positiv: als Bild für Frieden und ein gesichertes Leben: Im Buch des Propheten Micha heißt es: “Und ein jeder wird unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum wohnen.“ (Micha Kap. 4, V 4). Feigenbäume werden mit Hilfe von Stützen und Bindungen bis heute als Schattenlaube herangezogen (siehe Foto).

So steht der Feigenbaum als Symbol der Spannung zwischen äußerem Schein und tatsächlicher Fruchtbarkeit. Entscheidend ist nicht das Blattwerk, sondern die Frucht – ein Bild für Pflichterfüllung und Verantwortung gegenüber dem Nächsten.

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Weinstock / Weinrebe

Weinstock / Weinrebe (Vitis vinifera L.) (Echte Weinrebe) •Ordnung:Weinrebenartige(Vitales)•Familie:Weinrebengewächse(Vitaceae)•Gattung:Vitis

Die Weinrebe ist eine ausdauernde, verholzende Kletterpflanze mit langen Ranken, handförmig gelappten Blättern und traubenförmig angeordneten Früchten. Sie kann mehrere Jahrzehnte, teilweise sogar Jahrhunderte alt werden. Die Früchte enthalten je nach Sorte hohe Mengen an Zucker, Fruchtsäuren und Aromastoffen.

Ursprünglich stammt die Wildform wahrscheinlich aus dem Gebiet zwischen Vorderasien und Kaukasus. Sie bevorzugt warme, sonnige Standorte mit gut drainierten Böden und gilt als charakteristische Kulturpflanze trockener bis mediterraner Klimazonen. Die Pflanze entwickelt ein tiefreichendes Wurzelsystem und kann dadurch auch längere Trockenperioden überstehen. Ihre Fähigkeit, an Hängen und steinigen Böden zu wachsen, machte sie für viele Regionen des Vorderen Orients besonders wertvoll. Weinreben werden meist durch Schnitt erzogen, da Fruchtbildung und Qualität stark von Pflege und Rückschnitt abhängen. Die Weinrebe zählt zu den ältesten Kulturpflanzen des Vorderen Orients. Bereits früh wurde sie gezielt kultiviert; als erster Weinbauer wird in der Bibel Noah erwähnt (1. Mose [Genesis] Kap. 9 V 20).

Wein steht in der Bibel für Freude, Segen und Gemeinschaft, zugleich aber auch für Verantwortung und Maß. Jesus greift das Bild mehrfach auf: “Ich bin der wahre Weinstock“ (Johannes Kap. 15, V 1). Wie die Reben mit dem Weinstock verbunden bleiben müssen, so soll der Mensch mit Gott verbunden bleiben.

Beim letzten Abendmahl reicht Jesus den Jüngern den Kelch mit Wein und deutet ihn als Zeichen des neuen Bundes Gottes mit den Menschen (Matthäus Kap. 26, V 27–29). Wein wird dadurch zum Symbol der Nähe Christi und der Hoffnung auf das kommende Reich Gottes.

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Koloquinthe (Wildkürbis)

Koloquinthe (Wildkürbis) Citrullus colocynthis (L.) Schrad. (Koloquinthe / Bitterapfel) •Ordnung: Kürbisartige (Cucurbitales) • Familie: Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) • Gattung: Citrullus

Die genaue botanische Zuordnung der biblischen “Koloquinthen“ ist nicht völlig gesichert. Meist wird darunter die stark bittere bis giftige Wüstenpflanze Citrullus colocynthis verstanden, die eng mit dem Zierkürbis verwandt ist und wahrscheinlich die Urform der später daraus gezüchteten Zuccini sein könnte. Sie gehört wie Kürbis, Zucchini und Melone zur Familie der Kürbisgewächse. Durch jahrtausendelange Züchtung wurde bei vielen Kulturformen die Produktion von Bitterstoffen weitgehend zurückgedrängt.

Im 2. Buch Könige (2. Könige Kap. 4, V 38–41) sammelt ein Prophetenschüler in Hungerzeiten wilde Koloquinthen und schneidet sie in einen Suppentopf. Während des Essens erleiden etliche der Männer Vergiftungserscheinungen und rufen erschrocken: “Elisa, der Tod ist im Topf!“ Durch Zugabe einer Handvoll Mehl macht Elisa die Speise anschließend genießbar und alle werden satt.

Die Erzählung zeigt die oftmals schmale Grenze zwischen Genießbarkeit und Gift bzw. Nahrung und Gefahr. Selbst in modernen Züchtungen können sich gelegentlich Bitterstoffe rückbilden. Im Jahr 2015 starb in Heidelberg ein Mann nach dem Verzehr extrem bitterer Zucchini, die er aus eigener Samengewinnung angebaut hatte; seine Frau überlebte schwer erkrankt (Deutsches Ärzteblatt 2015; vgl. auch Mitteilung des Bundesinstituts für Risikobewertung Nr. 027/2015). Diese biblische Erzählung besitzt damit eine bis heute nachweisbare reale naturkundliche Grundlage.

Eine weitere Nennung von Kürbissen erfolgt in 1. Mose [Numeri] Kap. 11, V 5. Dort steht im Urtext jedoch eine andere Vokabel םיחִטִּבַאֲ (avattichim). Diese bezeichnet sehr wahrscheinlich (Wasser-)Melonen oder ähnliche gourdenartige Früchte.

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Pistazien und Mandeln

Pistazien und Mandeln Pistacia vera L.Prunus dulcis (Mill.) D.A.Webb

Ordnung: Seifenbaumartige (Sapindales) • Familie: Sumachgewächse (Anacardiaceae)• Gattung: Pistacia

Ordnung: Rosenartige (Rosales) • Familie: Rosengewächse (Rosaceae) • Gattung: Prunus

Pistazien wachsen als kleine, trockenheitsresistente Bäume mit gefiederten Blättern und ölhaltigen Samen in harter Schale. Mandeln sind sommergrüne Bäume oder Sträucher mit schmalen Blättern und auffälliger Frühjahrsblüte. Beide Pflanzen stammen ursprünglich aus dem Gebiet des Vorderen Orient bis Zentralasien und werden seit Jahrtausenden im Mittelmeerraum kultiviert. Sie bevorzugen warme, trockene Sommer sowie gut drainierte Böden und gehören zu den typischen Nutzpflanzen entlang alter Karawanen- und Handelsrouten.

Pistazien und Mandeln galten als wertvolle “Früchte des Landes *“ (* gemeint ist hier das Gebiet des heutigen Israels und Jordaniens) und wurden wegen ihrer Haltbarkeit und ihres hohen Nährwertes als Handelsgut geschätzt. In der Josefsgeschichte schickt Jakob seine Söhne mit kostbaren Gaben nach Ägypten:

“Da sprach ihr Vater Israel zu ihnen: Wenn es denn sein muss, so tut dies: nehmt von den besten Früchten des Landes in eure Säcke und bringt dem Mann ein Geschenk hinab; etwas Balsam und etwas Honig, Tragant und Ladanum, Pistazien und Mandeln.“ (1. Mose [Genesis] Kap. 43 V 11)

Die Nennung gemeinsam mit Harzen, Duftstoffen und Karawanen zeigt nebenbei den bereits damals weit verzweigten Handel des Alten Orients. Selbst kleine Naturprodukte konnten dadurch zu kostbaren Gütern werden, die Wüsten, Gebirge, Kulturräume und Ländergrenzen überwanden.

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Palmbaum / Dattelpalme

Der Palmbaum / Dattelpalme Phoenix dactylifera L. •Ordnung: Palmenartige (Arecales) •Familie: Palmengewächse (Arecaceae) •Gattung: Phoenix

Die Dattelpalme ist eine hochwachsende, meist einstämmige Fächerpalme mit markantem Stamm, der von Blattnarben früherer Wedel gezeichnet ist. Die Blätter sind gefiedert und können mehrere Meter lang werden. Die Art ist zweihäusig, das heißt männliche und weibliche Blüten befinden sich auf getrennten Pflanzen. Die Fruchtstände entwickeln sich aus den weiblichen Blüten und tragen die bekannten länglichen, süßen Datteln. Ursprünglich stammt Phoenix dactylifera aus ariden Regionen Nordafrikas und des Nahen Ostens. Sie ist seit Jahrtausenden kultiviert und in zahlreichen Sorten verbreitet, die an unterschiedliche Klima- und Wasserverhältnisse angepasst wurden. Die Dattelpalme ist eine typische Kulturpflanze der Trockengebiete und eng mit der Existenz von Oasenland- schaften verbunden. Sie wächst bevorzugt dort, wo Grundwasser in erreichbarer Tiefe vorhanden ist, und bildet häufig das oberste Kronendach traditioneller Oasenwirtschaft. Unter ihrem Schatten gedeihen Obstbäume, Getreide und Gemüse in einem gestuften System. Damit ist die Dattelpalme nicht nur Nahrungsquelle, sondern zugleich ökologischer Strukturbaum der Oase: Sie schafft Schatten, reduziert Verdunstung und ermöglicht überhaupt erst landwirtschaftliche Nutzung in extrem trockenen Regionen.Die Dattelpalme liefert süße, energiereiche Früchte und war eine zentrale

Nahrungsquelle im Orient.

Der Palmbaum gilt im AT als Bild des Gerechten: “(er) wird grünen wie ein Palmbaum“ (Psalm 92, V 13). In Vers 15 heißt es weiter “… noch im Alter trägt er seine Frucht, seine Blätter sind voll Saft und grün.“ Sein verborgenes Wurzelsystem erschließt Wasser, das oberirdisch nicht sichtbar ist. Damit will der Verfasser deutlich machen: Menschen mit Gottesbezug leben von einer äußerlich nicht sichtbaren Kraftquelle - trotz äußerer Bedrohung durch Dürre, Hitze und Gefahr.

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Bitterkräuter (Maror)

Bitterkräuter (Maror) – Eine Zusammenstellung ( MeerrettichArmoracia rusticana, alte Bezeichnung Cochlearia armoracia L.)

Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales) • Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae) • Gattung: (Armoracia)

Escariol-Endivie (Cichorium endivia var. Latifolium L.) Ordnung: Asternartige (Asterales) • Familie: Korbblütler (Asteraceae) • Gattung: (Cichorium)

Chicorée (“Witloof“ – das ist die häufigste Zuchtsorte) (Cichorium intybus var. Foliosum L.) Ordnung: Asternartige (Asterales) • Familie: Korbblütler (Asteraceae) • Gattung: (Cichorium)

Zichorie / Wegwarte (Cichorium intybus L.) Ordnung: Asternartige (Asterales) • Familie: Korbblütler (Asteraceae)• Gattung: (Cichorium)

Schnittlauch (Allium schoenoprasum L.) • Ordnung: Spargelartige (Asparagales) • Familie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)• Gattung: (Allium)

Unter der Sammelbezeichnung “Maror“ (Bitterkräuter) sind in der jüdischen Küche verschiedene scharfe und bittere Würzkräuter bekannt, die besonders aus den Vorschriften zum Passahfest (2. Mose [Exodus] Kap. 12 V 8 und 4. Mose [Numeri] Kap. 9 V 11) bekannt wurden. Aus ihnen wird eine kräftig-würzige Gewürztunke bereitet, in welche die traditionellen ungesäuerten Brote — die Mazzot — eingetaucht und dann gegessen werden. Sie soll — neben dem Salzwasser (melachim, hebr. חלַמֶ / „Salz“) — an die Bitternis der Sklaverei in Ägypten erinnern.

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Lauch+Zwiebeln

Lauch und Zwiebeln (Allium-Gruppe) • Allium cepa L. → Küchenzwiebel • Allium sativum L. → Knoblauch • Allium porrum L. → Lauch/Porree • Ordnung: Spargelartige (Asparagales) • Familie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae) Unterfamilie: Lauchgewächse (Allioideae) • Gattung (Beispiele): Allium (Zwiebel, Knoblauch, Lauch, Schalotte

Die hier zusammengefassten Pflanzen gehören zur Gattung Allium innerhalb der Lauchgewächse und bilden eine eng verwandte Kultur- und Wildpflanzengruppe. Charakteristisch sind unterirdische Speicherorgane (Zwiebeln bzw. stark verdickte Blattbasen), die als Überdauerungs- und Nährstofforgane dienen. Die oberirdischen Teile bestehen aus röhren- oder bandförmigen Blättern sowie meist doldenartigen Blütenständen. Die Allium-Arten sind ursprünglich in den gemäßigten bis trockenen Zonen der Nordhalbkugel verbreitet und wurden früh in Kultur genommen. Viele Arten sind anspruchslos, trockenheitsverträglich und lassen sich gut lagern, was sie zu wichtigen Grundnahrungs- und Würzpflanzen in verschiedenen Hochkulturen machte.

Während der Wüstenwanderung beklagt sich Israel über das täglich gleiche Manna und erinnert sich sehnsüchtig an “… die Fische, die wir in Ägypten umsonst aßen, und an die Kürbisse, Melonen, den Lauch, die Zwiebeln und den Knoblauch“ (4. Mose [Numeri] Kap. 11 V 5). Der Wunsch nach vertrauter Nahrung und gewohnten Gewürzen ist menschlich verständlich. Dennoch ist die Klage angesichts der wunderbaren Befreiung aus jahrhundertelanger Unterdrückung ein Ausdruck tiefer Undankbarkeit gegenüber Gott.

Diese Frage bleibt aber bis heute aktuell: Verlieren auch wir manchmal den Blick für das Wesentliche, weil das Gewohnte uns selbstverständlich geworden ist?

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Dornstrauch

Dornstrauch – Gerade Robinie (Robinia pseudoacacia L.) BEISPIELOrdnung: Schmetterlingsblütlerartige (Fabales) •Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae) • Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae [syn. Papilionoideae]) • Gattung: Robinia

Robinia pseudoacacia L. wächst als Laubbaum bis 30 m Höhe. Nach Fällung oder Verbruch treiben aus dem Stumpf auch dichte, ein bis drei Meter hohe Gebüsche. Die Rinde des Stammes und großer Äste bildet tief gefurchte Borke, die Zweige tragen paarige Dornen. Die Blattform ist gefiedert, die traubenförmigen Blüten sind weiß und duften stark. Daraus entstehen Hülsenfrüchte ähnlich Bohnen, jedoch mit wesentlich kleineren Samen. Sehr oft wirkt sie als Pionierpflanze an kargen und trockenen Standorten; stellenweise sogar invasiv. Ihr sehr dauerhaftes, hartes und witterungsbeständiges Holz ist vielseitig verwendbar.

Erste Zuchterfolge nördlich der Alpen gelangen dem Hofgärtner Heinrich III., Heinrich IV. und Ludwig XIII, Jean Robin (1550 bis 1629) verbreitet. Heute in vielen Ländern eingebürgert; winterhart.

In Richter Kap. 9, V 8–15 erzählt Jotam das Gleichnis vom Dornstrauch, der sich als letzter und unfruchtbarster Kandidat zur “Wahl des Königs über die Bäume“ stellt. Die “gutaussehenden“ und fruchtbringenden Bäume wie Ölbaum, Feigenbaum, Weinstock wollen alle nicht. Er dagegen trägt keine Früchte, bietet kaum Schatten – aber er ist bereit, die Last der Herrschaft auf sich zu nehmen. Doch dafür beansprucht er wahrhafte Führung: dass sich die anderen Bäume seinem Schatten anvertrauen. Dieses Gleichnis gilt als eine der sehr frühen Prophezeiungen, die sich auf Jesus beziehen – ganz im Sinne Jesajas Bild des Leidensmannes und des Verworfenen Ecksteins. Wahrscheinlich steht hier im Alten Testament botanisch nicht derselbe Dornstrauch, der in den Evangelien erwähnt wird. Die griechische Sprache verwendet in allen vier Evangelien für “Dorn“ den Wortstamm ἀκάνθα (akantha), aus dem auch die Bezeichnung für die Dornenkrone Jesu gebildet ist (Matthäus Kap. 27 V 29, Markus Kap. 15 V 17 und Johannes Kap. 19 V 2)So spannt sich ein weiter Bogen . vom Gleichnis der alttestamentlichen Königswahl bis zur Passion Jesu: Der vermeintlich nicht wahlfähige König trägt am Schluss die Siegeskrone aus dem Dornstrauch.

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Granatapfel

Granatapfel Punica granatum L. • Ordnung: Myrtenartige (Myrtales) • Familie: Weiderichgewächse (Lythraceae) • Gattung: Punica

Der Granatapfel wächst als sommergrüner Strauch oder kleiner Baum mit ledrigen, glänzenden Blättern und auffallend roten Blüten. Die kugelförmigen Früchte besitzen eine feste Schale mit kronenartigem Blütenrest. Im Inneren liegen zahlreiche rubinrote Samen, die von saftigem Fruchtfleisch umgeben sind. Ursprünglich stammt die Pflanze vermutlich aus dem Gebiet zwischen Persien und Nordindien; seit der Antike wird sie im gesamten Mittelmeerraum kultiviert.

Die Kundschafter Israels bringen Granatäpfel zusammen mit Weintrauben aus dem verheißenen Land Kanaan mit zurück (4. Mose 13,23). Wegen ihrer Vielzahl an Samen galten Granatäpfel im Alten Orient als Zeichen von Leben, Fruchtbarkeit und göttlichem Segen. Geschmacklich erinnern die Früchte an die auch in Deutschland heimische Schwarze Johannisbeere. Am Heiligtum erscheint der Granatapfel mehrfach als Schmuckmotiv: Die Gewänder der Priester sollten mit Granatapfel-Ornamenten verziert werden (2. Mose [Exodus] Kap. 28, V 33–34). Später schmückten Reihen von Granatäpfeln auch die Bronzesäulen des salomonischen Tempels (1. Könige Kap. 7 V 18–20; 2. Chronik Kap. 3, V 15–17).

Traurigerweise wurde die Frucht im 16. und 17. Jahrhundert zur Vorlage und zum Namensgeber der Granate als Waffe: Form und innere Struktur erinnerten an die zahlreichen Samenkammern des Granatapfels. So pervertierte der Mensch ein uraltes Sinnbild von Leben, Fruchtbarkeit und Fülle zu einer Waffe, deren Zweck Zerstörung und Tod ist. Diese Bedeutung verdrängte die ursprüngliche zeitweilig völlig aus dem Gedächtnis – besonders in Ländern und Regionen, in denen diese Frucht kaum bekannt und nur selten verfügbar war.

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Brennnessel

Brennnessel Urtica dioica L. (historische Zuordnung in Teilen der Literatur: Urtica dioica sensu L.) • Ordnung: Rosenartige (Rosales) • Familie: Brennnesselgewächse (Urticaceae) • Gattung: Urtica

Brennnesseln bilden mehrjährige, ausdauernde aber nicht verholzende Stauden mit ausgeprägter vegetativer Ausbreitungsstrategie. Diese führt zur Bildung weitreichender unterirdischer Rhizomsysteme, die flächige Bestände erzeugen (so genannte “Brennnessel-Teppiche“). Sehr zur Freude der Pflanze und deutlich weniger zur Freude der Gartenpflegenden. Sie bildet oberirdisch aufrechte, kantige Sprossen, die mit gegenständigen, gesägten Blättern bedeckt sind. Diese tragen Brennhaare (Trichomen), die bei mechanischer Reizung ein reizendes Sekretgemisch (u. a. Histamin, Acetylcholin, Serotonin) freisetzen. Verbreitung: Kosmopolitische Ruderalpflanze der gemäßigten bis subarktischen Zonen. Bevorzugt stickstoffreiche, humose Böden und ist typisch für Wegränder, Siedlungsflächen, Brachen und Ruinen, Feld- und Waldsäume. Sie bevorzugt feuchte Standorte. Extrem anpassungsfähig und konkurrenzstark, auch in sehr rauen Klimabereichen stabil etabliert. Kurzcharakteristik: Wo der Mensch den Boden bebaut, ist die Brennnessel meist nicht weit.

Im Alten Testament erscheint die Brennnessel im Kontext von Verwüstung, Verlassenheit und unbewohnten Flächen. Jesaja schreibt über Edom (Jesaja Kap. 34 V 13) “Dornen werden wachsen in seinen Palästen, Nesseln und Disteln in seinen Schlössern; und es wird eine Behausung sein der Schakale und eine Stätte für die Strauße.“ Sie wächst in zerstörten Städten und überwuchert Ruinen, gemeinsam mit Dornen und Disteln – ganz, wie wir es heute auch noch kennen. Sie steht dort symbolisch für das Ende von Kultivierung und menschlicher Ordnung.

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Löwenzahn

Löwenzahn Taraxacum officinale F.H. Wigg. (Gewöhnlicher Löwenzahn)

Ordnung: Asternartige (Asterales) • Familie: Korbblütler (Asteraceae) • Gattung: Taraxacum [Carl Linnaeus] (Der Botanische Erstbeschreiber der Art im taxonomischen System Linnés war Friedrich Heinrich Wiggers.)

Der Löwenzahn ist eine ausdauernde krautige Pflanze mit tief eingeschnittener Blattrosette und leuchtend gelben Zungenblüten. Nach der Blüte entstehen die bekannten Pusteblumen mit Schirmchenfrüchten, die durch Wind verbreitet werden. Er ist weltweit in allen gemäßigten Zonen verbreitet und gilt als extrem anpassungsfähig – er wächst auf Wiesen, Feldern, Wegrändern und bis in große Höhenlagen (lokal bis 3.000 m).

Eine direkte Nennung des Löwenzahns in der Bibel gibt es nicht. Inhaltlich lässt er sich jedoch gut dem Sammelbegriff der “grünen Pflanzen“ zuordnen, die in 1. Mose [Genesis] Kap 1, V 29–30 zunächst dem Menschen und den Tieren als Nahrung gegeben werden.

“Siehe, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen und Früchte bringen … und alle Bäume … zur Speise.“

Der Löwenzahn steht damit exemplarisch für das vielfältige “alltägliche Grün“ der Schöpfung: unscheinbar, aber lebensnah und nutzbar; als ein Ausdruck der überbordenden Kreativität und Artenvielfalt. Der Mensch nutzt ihn als Futterpflanze, Wildgemüse (Salat, Tee) und traditionell auch medizinisch (die Bitterstoffe im Milchsaft sind anregend für Verdauung und Stoffwechsel). Kinder erleben ihn spielerisch in Kränzen, Sträußen und “Pusteblumen“. Gleichzeitig gilt er im Gartenbau als sehr robustes Unkraut“ mit großer Durchsetzungskraft – seine Pfahlwurzel ermöglicht ihm sogar das Überleben in verdichteten Böden selbst kleinste Ritzen in Asphaltlagen vermag er aufzusprengen.

So verbindet der Löwenzahn Nutzen, Widerstandskraft und alltägliche Präsenz – ein schlichtes Bild für die Fülle des “grünen Krauts“ der Schöpfung.

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Distel - Ackerkratzdistel

Distel - Ackerkratzdistel Cirsium arvense (L.) Scop. • Ordnung: Rosenartige (Rosales) •Familie: Korbblütler (Asteraceae) Unterfamilie: Kardengewächsartige /

Cichorioideae bzw. Carduoideae (je nach Systematik) •Gattung: Kratzdisteln (Carduus)

Mehrjährige bis zweijährige krautige nicht verholzende Stauden mit stark bewehrten Blättern (Dornenbildung an Blatträndern und -spitzen). Charakteristisch ist eine anfängliche Rosettenbildung im Jugendstadium, aus der sich später aufrechte, oft verzweigte Stängel entwickeln. Diese sind kräftig gebaut und zeigen kein echtes sekundäres Dickenwachstum. Die Blätter sind an den Rändern und Spitzen mit Dornen versehen, die als wirksamer Fraßschutz dienen. Viele Arten besitzen eine ausgeprägte Pfahlwurzel oder tiefreichende Wurzelsysteme und eine hohe Regenerationsfähigkeit nach Störung. Disteln sind weltweit in mesothermen bis subtropischen Zonen verbreitet und typische Ruderalpflanzen. Sie besiedeln bevorzugt gestörte, offene Böden wie Wegränder, Brachen, extensiv genutzte Wiesen und Ackerflächen. Besonders häufig treten sie auf nährstoffreichen Standorten auf und zeigen eine hohe Anpassungsfähigkeit an wechselnde Umweltbedingungen.

Die Distel ist die erste Art bzw. Gattung, welche die Bibel konkret benennt. Bei der Vertreibung der ersten Menschen aus dem Paradies heißt es "… Disteln und Dornen soll er [der Acker] dir tragen…“ (1. Mose [Gene- sis] Kap. 3 V. 18). Weitere Nennungen im Alten Testament erfolgen in Sprüche Kap. 24 V 31, Jesaja Kap. 7 V 23–25, Jesaja Kap. 34 V 13, Hosea Kap. 10 V 8 und Joel Kap. 1 V 12 (dort sogar als ganzes “Unkrautfeld“). Die Distel steht damit einerseits (neben Brennnesseln und Dornen) symbolisch für Zerstörung und Verödung, andererseits aber auch für die Mühsal des täglichen Broterwerbs. Im Neuen Testament erscheint sie zweimal wörtlich: Einmal in Matthäus Kap. 7 V 16 und parallel dazu in Lu- kas Kap. 6 V 44): “Kann man denn Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln?“

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Karpas (Küchenkräuter)

Karpas (Küchenkräuter) – Eine Zusammenstellung ( DillAnethum graveolens L.)

Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales) • Familie: Doldenblütler (Apiaceae) • Gattung: (Anethum)

Kümmel (Carum carvi L.) Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales) • Familie: Doldenblütler (Apiaceae) • Gattung: (Carum)

Minze (Mentha spp.; z.B. Mentha spicata L., Mentha aquatica L., Mentha × piperita L.) Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales) • Familie: Lippenblütler (Lamiaceae) • Gattung: (Mentha)

Petersilie (Petroselinum crispum (Mill.) Fuss) Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales) • Familie: Doldenblütler (Apiaceae) • Gattung: (Petroselinum)

Rosmarin (Salvia rosmarinus Spenn.) Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales) • Familie: Lippenblütler (Lamiaceae) • Gattung: (Salvia)

Im Neuen Testament kritisiert Jesus die pharisäische Praxis der übergenauen Gesetzesbefolgung bei gleichzeitiger Vernachlässigung ethischer Grundhaltungen: “Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler,

die ihr den Zehnten gebt von Minze, Dill und Kümmel [*] und lasst das Wichtigste im Gesetz beiseite, nämlich das Recht, die Barmherzigkeit und den Glauben! Doch dies sollte man tun und jenes nicht lassen.“ (Matthäus Kap 23 V 23 sinngemäß). Der Weheruf richtet sich damit klar gegen eine Form religiöser Praxis, die sich im Detail verliert, während das Wesentliche unbeachtet bleibt. [*] diese drei Arten werden wörtlich benannt

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Feldblumen

Feldblumen – Die “Blumen des Grases“ – Ein bunter Wildblumenstrauß Mohn (Klatschmohn) (Papaver rhoeas L.) •Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales) •Familie: Mohngewächse (Papaveraceae) •Gattung: Papaver

Kornblume (Centaurea cyanus L.) •Ordnung: Asternartige (Asterales) •Familie: Korbblütler (Asteraceae) •Gattung: Centaurea

Malve (Wilde Malve) (Malva sylvestris L.) •Ordnung: Malvenartige (Malvales) •Familie: Malvengewächse (Malvaceae) •Gattung: Malva

Gänseblümchen (Bellis perennis L.) •Ordnung: Asternartige (Asterales) •Familie: Korbblütler (Asteraceae) •Gattung: Bellis

Schafgarbe Achillea millefolium L. •Ordnung: Asternartige (Asterales) •Familie: Korbblütler (Asteraceae) •Gattung: Achillea

Kamille Echte / Wilde Kamille) (Matricaria chamomilla L.) •Ordnung: Asternartige (Asterales) •Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Unterfamilie: “Asternähnliche“ (Asteroideae) •Gattung: Achillea

Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare Lam.) •Ordnung: Asternartige (Asterales) •Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Unterfamilie: “Asternähnliche“ (Asteroideae) •Gattung: Leucanthemum

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Bekannte Bibelstellen zu den Feldblumen sind:

Hiob 14,2 (“Er geht auf wie eine Blume und verwelkt.)“; Psalm 103,15–16 (“Der Mensch ist wie Gras, das blüht auf dem Feld …“); Jesaja 28, 1 (“…welkende Blume“) + 4 (“verwelkende Blume seiner herrlichen Pracht“), Jesaja 40,6–8 (“Alles Fleisch ist Gras … die Blume des Feldes verwelkt“); 1. Petrus 1,24(“… alle

Herrlichkeit des Menschen wie des Grases Blume“) – zitiert Jesaja 40, 6-8, Jakobus 1, (“… wie eine Blume

des Grases wird er vergehen“).

Alle diese Bibelstellen haben eines gemeinsam: Sie sprechen nicht einfach nur von „Blumen“, sondern von den Blumen des Grases. Die Blume erscheint dabei gleichsam als lebensraumbeschreibendes Attribut des Grases — eine frühe, poetische Form der Einordnung und „Taxonomie“. Schönheit und Vergänglichkeit des Menschen werden so in ein einziges Bild gefasst.

Paul Gerhardt bringt diesen Gedanken im bekannten Choral „Schönster Herr Jesu“, Strophe 4, in dichterischer Vollendung zum Ausdruck:

Schön sind die Blumen, schöner sind die Menschen in der frischen Jugendzeit; sie müssen sterben, müssen verderben, doch Jesus bleibt in Ewigkeit.

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Gurke

Gurke Cucumis sativus L. : •OrdnungKürbisartige (Cucurbitales)•Familie: Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) •Gattung: Cucumis

Trotz ihres recht unterschiedlichen Aussehens gehören die Gemüsegurke (auch Salatgurke genannt) und die Gewürzgurke (auch Einlegegurke genannt) zur gleichen Art und stellen nur unterschiedliche Zuchtformen der Art Cucumis sativus dar. Sie sind einjährige, rankende Kürbisgewächse mit behaarten Sprossachsen, großen herz- bis handförmig gelappten Blättern und gelben, eingeschlechtlichen Blüten. Die Gemüse- bzw. Salatgurke bildet langgestreckte, meist glattschalige, großvolumige Früchte mit hohem Wasseranteil und vergleichsweise dünnem, weichem Fruchtfleisch. Die Gewürz- bzw. Einlegegurke bleibt deutlich kleiner, ist meist kurz bis oval geformt, besitzt eine dickere, oft warzig strukturierte Schale und ein festeres Fruchtgewebe mit höherer aromatischer Konzentration. Während die Gemüsegurke auf Volumen, Zartheit und Frischeverzehr selektiert ist, ist die Einlegegurke auf Festigkeit, Haltbarkeit und Verarbeitung in Salz- oder Essiglake gezüchtet.

Ursprünglich stammt die Gurke aus dem tropischen und subtropischen Südasien (wahrscheinlich Indien / Himalaya-Raum). Bereits im 2. Jahrtausend v. Chr. verbreitete sie sich über Handels- und Kulturkontakte in den Vorderen Orient und war dort im alten Ägypten und Mesopotamien bekannt.

Die Gurke findet im Buch Jesaja Erwähnung: Gleich im ersten Kapitel 1, gewissermaßen als eines der “Eröffnungsbilder“ heißt es dort über Jerusalem (Jesaja Kap. 1 V 8a): “Die Tochter Zion ist übriggeblieben wie eine Hütte im Weinberg, ja wie ein Windschutz für das Nachtlager des Wächters im Gurkenfeld, … .“ (freie Übersetzung). Beide Vergleiche stehen als Sinnbilder stehen für die tiefe Verlorenheit; denn, was soll schon einzelner Nachtwächter gegen Diebesbanden ausrichten, die in nachts Obst und Gemüse stehlen wollen?

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Aloe

Aloe Beispielart ( Aloe – Gattung,Aloe vera (L.) Burm.f •Ordnung: Spargelartige (Asparagales) •Familie: Grasbaumgewächse (Asphodelaceae)

• Unterfamilie: Affodillgewächse (Asphodeloideae) •Gattung: Aloe

Aloe vera bildet sukkulente Blattrosetten mit fleischigen, lanzettlichen Blättern. Die Blätter besitzen eine dicke Cuticula, Randzähne und ein wasserreiches Gel-Parenchym. Das Wurzelsystem ist flach und auf schnelle Wasseraufnahme nach Regenereignissen ausgelegt. Der Blütenstand ist ein aufrechter Schaft mit gelblichen röhrigen Einzelblüten. Die Pflanze vermehrt sich häufig vegetativ über Kindel an der Rosettenbasis. Sie ist eine Trockenpflanze (an extreme Trockenheit angepasst), die Wasser im Blatt speichert. Dabei öffnet sie ihre Spaltöffnungen überwiegend nachts, um Wasserverlust zu minimieren. Standorte sind sonnige, heiße, gut drainierte, steinige bis sandige Böden. Zur Zeit Jesu war Aloe ein kostbares Importgut, welches in Israel selbst noch nicht kultiviert war. Aloe toleriert Nährstoffarmut, aber keine Staunässe und keinen Frost. Ursprünglich stammt sie aus ariden Regionen Nordostafrikas und der Arabischen Halbinsel. Wichtig ist hohe Lichtintensität bei gleichzeitig schneller Entwässerung des Substrats.

Die Aloe (als Gattungsbezeichnung) begegnet uns nur einmal im Neuen Testament: Im Zusammenhang mit der Beisetzung Jesu stiftet der Gesetzeslehrer Nikodemus “etwa hundert Pfund Myrrhe und Aloe“ (Johannes Kap. 19 V 39). Bei einer angenommenen Verteilung von 50/50 entspricht dies etwa 16 kg (!) Aloe, was – bei einem durchschnittlichen Ertrag von ca. 1,5–2 kg pro ausgewachsener Pflanze – ungefähr 8 bis 12 großen Aloe-Pflanzen entspräche. Selbst wenn es sich hierbei nur um das Ausgangsmaterial und nicht um fertige Salbenprodukte handelt, war dies gemeinsam mit der Myrrhe ein Vermögen im Bereich eines Jahreslohnes wert. Nicht ohne Risiko für die eigene Stellung und Reputation setzt Nikodemus hier gemeinsam mit Josef von Arimathäa ein außerordentlich starkes Zeichen der Ehrung Jesu.

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Rizinus

Rizinus Ricinus communis L. •Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales) •Familie: Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)

Unterfamilie: “Nesselähnliche“ (Acalyphoideae) •Gattung: Ricinus

Ricinus communis ist ein schnell wachsender, einjährig bis mehrjährig kultivierbarer Strauch. Die Pflanze bildet große handförmig gelappte Blätter mit hoher Verdunstungs- und Schattenwirkung. Alle Pflanzenteile enthalten toxische Inhaltsstoffe, besonders die Samen mit dem hochgiftigen Ricin. Sie wächst bevorzugt in warmen, sonnigen Lagen mit lockeren, gut durchlässigen Böden.

Ursprünglich stammt sie aus tropisch-subtropischen Regionen Afrikas und Südwestasiens. Inzwischen ist sie als Zier- und Nutzpflanze weltweit verbreitet und wächst in warmen Zonen auch verwildert.

Im Buch Jona (Jona Kap. 4) berichtet uns die Bibel, dass Gott vor den Toren Ninives über Nacht eine Pflanze wachsen lässt, die groß genug ist, um dem frustrierten Jona Schatten zu spenden und ihn zu erfreuen. Im hebräischen Urtext steht dafür das Wort “qiqajon“. Es handelt sich um ein so genanntes Hapax legomenon, also ein Wort, das ausschließlich hier in der Bibel vorkommt, ohne jegliche weitere Vergleichsstellen im gesamten Text des Alten Testaments. Eine sichere botanische Bestimmung ist daher sprachwissenschaftlich nicht eindeutig möglich. Martin Luther entschied sich in seiner Übersetzung für “Rizinus“ als naheliegende Pflanze. Der Grund hierfür war vermutlich ihr extrem schnelles Wachstum und große Blätter als plausibler Schattenspender. Der Rizinus ist in der Naturheilkunde bekannt für sein stark wirkendes Rizinusöl. Dieses wird äußerlich in Hautpflegeprodukten verwendet, auch traditionell bei empfindlicher Haut. Innerlich wirkt es stark abführend. Im übertragenen Sinn eignet sich dies als Bild für das, was Jona äußerlich loswerden soll: Bitterkeit, Frustration, Selbstgerechtigkeit, Pochen auf das angekündigte Gericht Gottes. So wird aus dem unsicher zu übersetzenden “Wunderbaum“ eine symbolträchtige Pflanze, die uns einlädt, allen Groll gegen unsere(n) Mitmenschen “auszuscheiden“.

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Zitrone - Zitronatzitrone / Etrog

Zitrone - Zitronatzitrone / Etrog(Citrus medica L.)

Ordnung: Seifenbaumartige (Sapindales) •Familie: Rautengewächse (Rutaceae)

Unterfamilie: "Orangenähnliche" (Aurantioideae) •Gattung: Citrus

Citrus medica ist ein immergrüner, stark aromatischer kleiner Baum oder Großstrauch. Die Pflanze bildet ledrige glänzende Blätter sowie auffällige weiße bis violette Blüten. Charakteristisch sind die großen dickschaligen, intensiv duftenden gelben Früchte Das Fruchtfleisch ist oft vergleichsweise trocken, während die aromatische Schale dominiert.

Ursprünglich stammt die Zitronatzitrone vermutlich aus dem nordindisch-himalayischen Raum. Bereits in der Antike verbreitete sie sich als Duft-, Heil- und Kultpflanze über Handelswege bis in den Vorderen Orient. Und weiter über den gesamten Mittelmeerraum.

Mit der Zitrone (3. Mose [Levitikus] Kap. 23 V 40) begegnet uns ein ähnlicher Fall einer nur einmaligen Nennung im gesamten Alten Testament analog zu Jona Kap. 4. Immerhin ist hier die hebräische Bezeichnung "peri ez hadar" direkt übersetzbar mit "Frucht des prächtigen Baumes". Die jüdische Tradition identifiziert bereits in frühen rabbinischen Schriften (um das Jahr 200 n. Chr.) diese Frucht mit der dickschaligen Etrog- bzw. Zitronatzitrone. Der Name "prächtiger Baum" passt auch insoweit, dass Citruspflanzen zu den seltenen Gehölzen gehören, die gleichzeitig Blüten und Früchte tragen können. Mehrere frühe jüdische Münzen aus der Zeit des Bar-Kochba-Aufstandes (132–135 n. Chr.) zeigen die Etrog-Frucht bereits deutlich früher zusammen mit weiteren Symbolen des Laubhüttenfestes.

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Narde / Indische Narde

Narde / Indische Narde Nardostachys jatamansi (D.Don) DC. •Ordnung: Kardenartige (Dipsacales)•Familie: Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)

Unterfamilie: “Baldriangewächse“ (Balerianoideae)•Gattung: Nardostachys

Nardostachys jatamansi ist eine ausdauernde, krautige Hochgebirgspflanze mit aromatischem Wurzelstock. Sie bildet niedrige Rosetten mit schmalen Blättern und unscheinbaren rosa bis rötlichen Blütenständen. Die Art wächst ursprünglich in hochalpinen Regionen des Himalaya zwischen ca. 3.000 – 5.000 m Höhe.

Natürliche Vorkommen sind auf kühle, schwer zugängliche Gebirgslagen in Nepal, Indien und Bhutan beschränkt. Durch ihre Herkunft aus dem Himalaya war Narde im Altertum ein kostbares und weit gehandeltes Importgut.

Im Johannesevangelium (Johannes Kap. 12 V 3–8) salbt Maria Jesus in Betanien mit kostbarem Nardenöl. Judas Iskariot kritisiert dies sofort mit dem Hinweis, man hätte das Öl besser verkaufen und den Erlös den Armen geben sollen. Johannes ergänzt hierzu ausdrücklich den Hinweis Jesu: "Lass sie! Sie hat es für den Tag meines Begräbnisses aufbewahrt." Tatsächlich blieb nach der Kreuzigung kaum Zeit für eine vollständige Totensalbung, da bereits der hohe Festtag bevorstand. Zwar bereiteten die Frauen nach Lukas (Kap. 23 V 56) noch Spezereien und Salben vor, mussten dann jedoch zunächst den Sabbat abwarten. Das kostbare Nardenöl erscheint bereits rund tausend Jahre früher im Hohelied Salomos (Kap. 1 V 12 und Kap. 4, V 13–14) unter seinem konkreten Namen "Narde". Dies spricht dafür, dass das Hebräische hier vermutlich eine fernöstliche Handelsbezeichnung als Lehnwort übernommen hat. So verbindet die Bibel die Narde über Jahrhunderte hinweg mit Liebe, Hingabe, königlicher Ehre und der Vorbereitung auf den Tod Jesu.

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Koriander

Koriander Coriandrum sativum L . •Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales) •Familie: Doldenblütler (Apiaceae)

• Unterfamilie: “Sellerieähnliche“ (Apioideae) •Gattung: Coriandrum

Der Koriander ist eine einjährige, aromatisch duftende Doldenpflanze mit fein gefiederten Blättern. Die kleinen, weißen bis rosafarbenen Blüten stehen in lockeren Doppeldolden. Charakteristisch sind die kugeligen, gerippten Samenfrüchte mit intensiv würzigem Geruch. Ursprünglich stammt die Art vermutlich aus dem östlichen Mittelmeerraum und Vorderasien. Bereits im Altertum war Koriander auch im alten Ägypten bekannt und wurde als Gewürz-, Duft- und Heilpflanze genutzt.Verwendet wurden sowohl die Samen als auch die fri-

schen Blätter. Koriander zählt damit zu den ältesten bekannten Gewürzpflanzen des Alten Orients.

Koriander kommt eine besondere Stellung zu: Welche Pflanze könnte sonst von sich sagen, als geschmacklicher Vergleich für das berühmte himmlische Manna herangezogen worden zu sein? In 2. Mose [Exodus] Kap. 16, V 31 heißt es: “… Und es war wie Koriandersamen, weiß und schmeckte wie Honigkuchen.“ Auch 4. Mose [Numeri] Kap. 11, V 7 greift diesen Vergleich nochmals auf. Vermutlich waren Form und Erscheinungsbild der kleinen kugeligen Samen aus der Zeit des Aufenthaltes in Ägypten allgemein bekannt, in dem Koriander bereits im Altertum als Gewürz-, Duft- und Heilpflanze genutzt wurde.

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Kulturapfel

Kulturapfel Malus domestica Borkh. • Ordnung: Rosenartige (Rosales) • Familie: Rosengewächse (Rosaceae) • Unterfamilie: “ Kernobstgewächse“ (Maloideae / Spiraeoideae) • Gattung: Malus

Die Frucht ist botanisch eine Kernobst-Scheinfrucht mit meist fünfkammerigem Kerngehäuse. Der Kulturapfel stammt ursprünglich aus Zentralasien und ist heute weltweit verbreitet. In Europa gehört er mit mehreren Tausend Zuchtsorten zu den formenreichsten Kulturpflanzen.

“Ein Wort, geredet zu rechter Zeit, ist wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen.“ Im Buch der Sprüche Salomos (Sprüche Kap. 25 V 11) steht im hebräischen Urtext das Wort tappuchim. Dieses bezeichnet eine reife, wohlriechende Frucht, welche von Dr. Martin Luther und einer Reihe anderer Übersetzungen meist mit “Apfel“ wiedergegeben wird. In ihrer botanischen Zuordnung ist sie jedoch nicht eindeutig festgelegt. Denkbar sind – je nach kultur- und landschaftsgeschichtlicher Einordnung – auch andere südländische Früchte wie etwa Aprikosen, Apfelsinen oder Quitten. Entscheidend ist weniger die exakte Art, sondern das Bild der edlen, voll ausgereiften Frucht. Die Aussage verbindet das gesprochene Wort mit dieser Vorstellung von Reife und Kostbarkeit: Worte, die im richtigen Moment gesprochen werden, erscheinen als etwas Schönes, Wertvolles – eben “goldene Äpfel auf silbernen Schalen“. Wahrscheinlich hat auch das deutsche Sprichwort “Reden ist Silber – Schweigen ist Gold“ hier seinen Ursprung.

] Eine andere sprachliche Wurzel hat die Frucht am Baum der Erkenntnis in 1. Mose [Genesis Kap. 2, V 4 bis Kap. 3, V 25). Hier dürfte die landläufige Vorstellung als Apfel auf eine Vielzahl alter Gemälde vor wie nach der Reformation zurückgehen.

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Linsen (Esslinse) und Bohnen

Linsen (Esslinse)und Bohnen ( Lens culinaris Medik.)Ackerbohne / Puffbohne)Vicia faba L.

Linse (Esslinse) Lens culinaris Medik. Ordnung: Hülsenfrüchtlerartige (Fabales) • Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae) • Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae) • Gattung: Lens

Klein gefiederte, rankende Hülsenpflanze mit flachen Samen; Ursprung Vorderasien, trockenheitsfest.

Ackerbohne / Puffbohne Vicia faba L. • Ordnung: Hülsenfrüchtlerartige (Fabales) • Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae) • Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae) • Gattung: Vicia

Kräftige, aufrechte Hülsenpflanze mit großen Samen; alte Kultur im Mittelmeerraum und Vorderasien.

Der Hilfslieferung eines gewissen Barsillai und anderer Freunde Davids in einer Notlage (2. Samuel Kap. 17, V 27–29) verdanken wir die Kenntnis über den Gebrauch von Bohnen und Linsen in der israelischen Küche. Die botanisch richtige Bezeichnung kann hier durch sehr alte Übersetzungstradition als gesichert angenommen werden.

Ein Gericht Linsen wird auch in 1. Mose [Genesis] Kap. 25, V 29–34 erwähnt. Hier spielt es zwischen den Zwillingsbrüdern Jakob und Esau die entscheidende Rolle beim Verkauf des Erstgeburtsrechts. Ob nun mit 7 oder 19 % Umsatzsteuer ist nicht bekannt (Zwinker) – jedenfalls der wahrscheinlich teuerste Preis, der jemals für ein Ein-Gänge-Menü bezahlt wurde. Hoffentlich hat es ihm wenigstens köstlich geschmeckt.

Die Szene zeigt, wie ein leichtfertig eingegangener Tauschvertrag im weiteren Erzählverlauf verbindlichen Charakter gewinnt und nachhaltig in die Lebensentwicklung beider Brüder eingreift.

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Schilf / Rohr

Schilf / Rohr (sûf – qāneh – κάλαμος kaliamos)

Am Ufer des Nils wächst das Schilf (sûf), in dessen Schutz der Moses Körbchen verborgen wird. Dicht, es schwimmt im Wasser, schwankend, aber tragend.

Am Rand der großen Wasser wird daraus ein Bild der Rettung, Diesmal der Rettung aller, die darauf vertrauen. Der Name bleibt; Symbol des Unfassbaren: “Schilfmeer“.

Zwischen Wasser und Land beginnt der Raum des Übergangs. Der Propheten des Messias sieht darin ein Rohr (qāneh), welches sich im Wind beugt und knickt und doch nicht bricht.

Ein Bildzeichen menschlichen Zerbrechlichkeit und zugleich des göttlichen Versprechens: Das geknickte Rohr (kaliamos) wird nicht zerbrochen werden.

ER WIEDERHOLT DAS VERSPRECHEN! Hier sammelt sich die ganze Linie der Schrift. Was am Ufer schwankt, bleibt im Urteil Gottes bestehen.

Und was fast verloren scheint, wird nicht endgültig gebrochen. [Phalaris arundinacea L.]BEISPIEL Ordnung: Süßgrasartige (Poales) • Familie: Süßgräser (Poaceae) • Unterfamilie:“Rohrgrasartige“ (Pooideae)

• Gattung: Glanzgräser (Phalaris) • Art: Rohr-Glanzgras Uferständige, mehrjährige, krautig-halmtragende und biotopprägende Pflanze; verbreitet an allen stehenden bis ruhig fließenden Gewässern und Feuchtgebieten gemäßigter bis subtropischer Klimazonen weltweit. Anspruchslos, resistent gegen kurzzeitiges bis mehrwöchiges Trockenfallen. Biblische Nennungen 2. Mose [Exodus], Kap. 2 (Mose als Baby) 2. Mose [Exodus], Kap. 14 (Durchzug) Jesaja Kap. 42 V 3 (Verheißung) Matthäus Kap. 12 V 20 (Erfüllung)

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Lebensbaum (Abendländischer Lebensbaum)

Lebensbaum (Abendländischer Lebensbaum) Thuja occidentalis L. • Ordnung: Kiefernartige (Pinales) • Familie: Zypressengewächse (Cupressaceae) • Gattung: Thuja

Der Name “Abendländische Lebensbaum“ (Thuja occidentalis) ist kein Herkunftsname, sondern ein Gegenbegriff zum “Morgenland“. (“Abendland“ = Europa aus europäischer Sicht; “Morgenland“ = Orient / Vorderer Orient). In der frühen Neuzeit wurden neue Pflanzen oft aus europäischer Perspektive benannt – nicht nach ihrem natürlichen Ursprung. Der Abendländische Lebensbaum ist ein immergrünes Zypressengewächs mit schuppenförmigen Blättern und flachen, fächerartig verzweigten Trieben. Es gibt ihn in buschförmigen und hochstämmigen Formen. Er bildet kleine längliche Zapfen und verströmt einen charakteristischen aromatischen Duft. Ursprünglich stammt er aus dem nordöstlichen Nordamerika und dem südöstlichen Kanada. Heute ist er weltweit als Zier-, Park- und Heckenpflanze verbreitet.

Der Lebensbaum – oder auch Baum des Lebens – begegnet uns in der Bibel zweimal: einmal am Anfang (1. Mose [Genesis] Kap. 2 V 9; weitere Stellen: 1. Mose [Genesis] Kap. 3 V 22 u. Kap. 3 V 24 und einmal am Ende (Offenbarung Kap. 22,2; weitere Stellen: Offenbarung Kap. 2 V 7; u. Kap 22 V 14). An letztgenannter Stelle mit dem wichtigen Zusatz: “... und die Blätter des Baumes dienen zur Heilung der Völker.“ Dieses Bild fand Eingang in die Kultur vieler Völker – von Nordeuropa bis Südindien. Der Baum des Lebens aus Genesis und Offenbarung hat mit dem botanisch-taxonomisch definierten Lebensbaum wahrscheinlich nichts zu tun.

Diese Bezeichnung stammt der Überlieferung nach aus der Zeit der frühen europäischen Nordamerika-Expeditionen. Der französische Entdecker Jacques Cartier überwinterte 1535/36 mit seinen Männern in Kanada. Nach einem furchtbaren Hungerwinter litten viele an Skorbut und waren dem Tode nahe. Daraufhin bereiteten Angehörige der indigenen Bevölkerung (Irokesen) am Sankt-Lorenz-Strom einen Sud aus Nadeln, Zweigen und Rinde eines Zypressengewächses, das sehr reich an Vitamin C ist. Hierdurch verbesserte sich der Gesundheitszustand der Erkrankten erheblich – bis hin zu vollständigen Heilungen. Unter Bezug auf diesen Bericht erhielt der Baum später den Namen “Arbor vitae“ – “Baum des Lebens“.